HUARAZ - Unglaubliche Lagunen und der Paramount-Pictures-Berg
Veröffentlicht am Anja Schlagwörter: PeruÁncashHuarazWandern


Unterkunft
Ohne Internet, ohne Adresse. Das war der Stand der Dinge, als wir am Terminal von MovilBus zur Unterkunft wollten. Erst über Airbnb gebucht und nicht bestätigt, konnten wir die Adresse des "Hostel Climbing Point“ nicht herausfinden. Unser Host sagte uns, dass wir einen Tag weniger in der Unterkunft übernachten können als geplant und er uns deswegen nicht bestätigen könne. Bei unserer Suche auf Booking.com fanden wir dann das gleiche Inserat (aber teurer, drei Nächte für 38 Euro). Wir wurden sofort bestätigt und konnten mit dem Taxi zur Adresse fahren. Vor Ort wurde uns ein weiteres Mal mitgeteilt, dass es nur zwei Nächte verfügbar ist. Naja, ok, andere Alternativen für den gleichen Preis gab es nicht. Wir wurden im Keller untergebracht, eisekalt und klamm. Zu zweit kuschelten wir uns nach dem Abendessen in ein Bett, um uns warm zu halten. Die Handtücher wollten einfach nicht trocknen und frisch roch die Luft auch nicht.

- Jam and Butter
- Eggs (fried, boiled)
- Avocado (palta) Extra:
- fruit salad (S/.5) - der Preis hat sich mittlerweile aber scheinbar erhöht und er war auch nicht verfügbar So, jetzt muss man sich aber entscheiden zwischen Marmelade und Butter oder Ei. Außerdem hatte die Dame an unserem ersten Frühstückstag eigentlich frei und musste (trotz dessen, dass sie selber eine Tour gebucht hatte) unser Frühstück zubereiten. Dazu gab es faden Coca-Tee. Die Aussicht von der Dachterasse war aber echt in Ordnung :) Am zweiten Tag begann unsere Tour schon recht früh und es wurde "versucht“, uns ein Frühstück zu bieten. Wir sind extra früh aufgestanden und waren zu der vereinbarten Zeit im Frühstücksraum, von anderen war aber weit und breit nichts zu sehen. Nina suchte dann jemanden im Haus und uns wurde gesagt, dass es "leider“ kein Frühstück für uns gebe. Ist ja auch echt MEGA SCHWER, Semmeln vom Vortag und eine Avocado in die Küche zu legen mit einem kleinen Zettel, dass das für uns bestimmt ist. Schlussendlich zahlten wir dann für die zwei Nächte so ca. 70 Soles. Das Wasser im Gemeinschaftsbad war lauwarm bis warm und einigermaßen sauber. Jetzt aber zu dem großen Vorteil der Unterkunft: Sie vermitteln Touren. Aufgrund der Semana Santa (der Osterwoche) und der damit erhöhten Anfrage sind die Tourenpreise jedoch drastisch gestiegen. Die erste Tour bekamen wir zum normalen Preis, die zweite kostete deutlich mehr. Die dritte organisierte unser Guide vom zweiten Tag, das kostete aber trotzdem mehr als normalerweise und war höchstwahrscheinlich schwarz (in die Liste eintragen sollten wir uns jedenfalls nicht - sehr dubios…).
- Lake 69: 45 Soles bzw. 75 Soles während der Semana Santa
- Pastoruri Glaciar: 40 Soles bzw. 70 Soles während der Semana Santa
- Lake Llanganuco: 40 Soles bzw. 70 Soles während der Semana Santa
- Chavin Ruins: 45 Soles bzw. 70 Soles während der Semana Santa
- Lake Parón: 65 Soles bzw. 90 Soles während der Semana Santa
- Rock Climbing für 2 people (equipment included): 200 Soles
Mehr zu unseren Touren weiter unten:)
Die letzte Nacht verbrachten wir dann im "Hotel Los Pajonales“. Wir zahlten mehr als 30 Euro für eine Nacht, waren aber trotzdem sehr zufrieden. Sauberes Zimmer, warme Dusche und ein Carepaket zum Frühstück: süßer Kaffee, Orangensaft, zwei Brötchen und eine wunderbare Aussicht von der Dachterasse. Unsere Rezeptionistin und ihr Sohn (der andere Rezeptionist) waren unglaublich freundlich und Ninas Stimmung stieg exponentiell an.

SIM-Karte
Hier versuchten wir auch das erste Mal, die SIM-Karte per Kreditkarte online aufzuladen. Mit mäßigem Erfolg aber besseren Angeboten. Schlussendlich funktionierte es dann doch irgendwie mit der Hilfe einer netten Dame aus einem Claro-Aufladungs-Shop. Für 10 Soles bekamen wir 3,1 GB (10 Tage). Augen auf bei den Angeboten! Manchmal sind die Tage falsch, für die dein Datenvolumen gilt und die eigentliche Tagesanzahl steht versteckt im Kleingedruckten!

Sehenswürdigkeiten
Laut unserer Recherche (gemäß Lonely Planet und dem Internet) sollte man die Sehenswürdigkeiten rund um Huaraz in dieser Reihenfolge machen:
- Laguna Wilkacocha (3745 m; selbst organisiert, keine Tour verfügbar)
- Lagunas Llanganuco (3850 m und 4402 m; mit Tour, zwei Lagunen)
- Laguna Parón (4185 m; mit Tour, soll die blaueste Lagune sein)
- Laguna Churup (4450 m; mit Tour, enthält Kletterabschnitte)
- Laguna 69 (4600 m; mit Tour, soll aber super anstrengend sein)
- Glaciar Pastoruri (5050 m; mit Tour, soll die nächsten Jahre schmelzen) Aus Zeit- und Höhengründen ließen wir leider einiges weg :( Was wir in Form einer geführten Tour angeschaut haben, war aber einfach UNGLAUBLICH schön. So schön, dass ich vielleicht sogar noch mal wieder kommen muss. Teilweise musste man noch extra Eintritte für die Lagunen und den "Cementerio de Yungay“ zahlen. Für Ausländer war der Preis teilweise auch sehr sehr viel teurer als für Einheimische, aber das war es definitiv trotzdem wert. Was wir unglaublich nervig fanden: die eingeschobenen Frühstücke. Wenn die Tour einfach später stattfinden würde, dann hätten wir das kostenlose Frühstück in unserer Unterkunft wahrnehmen können.
Laguna Chinancocha

Laguna Parón

- Mate de Coca (3 Soles) - für Nina gegen die Höhe
- Avena (4 Soles) - ein super leckeres Hafergetränk, das ich definitiv noch öfter trinken (oder eher essen?) werde!
- Pan con Queso (4 Soles) - haben wir uns geteilt Außerdem mussten wir schon unser Mittagessen aussuchen. Da ein vegetarischer Teller mit Pommes, Reis und Gemüse nur 2 Soles weniger als die "Trucha frita“ mit den allergleichen Beilagen gekostet hätte, entschied ich mich, die frittierte Forelle zu essen und Nina den Großteil der Beilagen zu überlassen. Hat super geklappt und hat 25 Soles gekostet. Als Vorspeise gab es diese leckeren Maiskörner, die das Restaurant selbst geröstet und gesalzen hat. Dann ging es das letzte Stück mit dem Transporter den Berg und den damit zusammenhängenden Serpentinen hinauf. Wir wurden ganz schön durchgeschüttelt. Unser Touranbieter war der Einzige, der die Erlaubnis zum Befahren der Lagune hatte. Ansonsten wird scheinbar keinen Agenturen erlaubt, die von einer indigenen Gemeinde geführte Lagune anzufahren. À propos Agentur: Scheinbar sind drei Leute direkt am Anfang abgesprungen und die erste halbe Stunde hat unser Guide verzweifelt gesucht, Ersatzteilnehmer zu finden. Zwei Leute sind dann tatsächlich noch in einem kleinen Dorf zugestiegen und der Transporter war somit fast voll. Jetzt aber zu unserem Aufstieg zur Lagune. Erst mal mussten wir über einen Fluss drüber kraxeln und nach weniger als zehn Minuten wurde die Lagune sichtbar. Unser Guide ließ uns aber nicht verweilen und trieb uns den Berg hinauf. Nina hatte ziemlich schlimme Höhenprobleme, bei mir war zum Glück nur sehr starkes Herzklopfen und Kopfschmerzen zu verzeichnen. Davitze hatte zum Glück aufgrund ihrer starken niederländischen Höhenpillen keine Probleme (obwohl es ihr erster Tag mit einer Tour war!). Da können unsere Coca-Bonbons und Coca-Blätter halt einfach nicht mithalten ;) Als wir dann ganz oben waren (dachten wir jedenfalls), hatten wir einen einfach UNGLAUBLICH TOLLEN Ausblick auf die Lagune. Unbeschreiblich schön und unfassbar blau. Dann sagte unser Guide: "Nein nein, es geht noch weiter! Von da oben wird die Aussicht noch viiiiel besser sein!" Nina hatte dann genug und ich bin das letzte Stück dann noch alleine hochgegangen. Tolle Aussicht :) Den Paramount-Pictures-Berg "Artesonraju" war auch zu sehen. Nach ein paar Bildern (eine unsere Mitreisenden stand bei ihrem Fotoshooting beängstigend nah am Abgrund und sorgte beim Rest der Gruppe für Herzklopfen) ging ich dann zur wartenden Nini zurück. Ihr ging es zum Glück auch schon wieder ein bisschen besser und wir machten noch ein oder zwei Bilder gemeinsam. Vollkommen unnötig, dass unser Guide so stress gemacht hat mit dem Aufstieg. Oben hatten wir genug Zeit für Bilder und Aussicht. Dann ging es wieder den Berg herunter und man hätte noch Boot-fahren können. Wir entschieden uns dagegen und haben lieber die anderen beobachtet. Hätte sich im Nachhinein auch echt nicht so krass gelohnt. Auch von unten hatte mein einen tollen Blick auf den See und die umliegenden Berge - die Hochkraxelei war also nur so mäßig nötig 😂. Dann ging es wieder runter zum Restaurant fürs Mittagessen. Von Davitzes Gericht "Bisteck a lo pobre“ durfte ich auch ein bisschen probieren. Das Beste am Restaurant war auf jeden Fall der Kolibri, den wir beobachten konnten. Unser erster in freier Wildbahn! ❤️ Dann ging es wieder nach unten und wir kamen am Nachmittag in Huaraz an. Dort sahen wir uns noch den "Plaza de Armas“, holten Geld vom Automaten und kauften Pullis für Nina, Mama und Papa. Dann mussten wir noch unsere Rucksäcke aus der alten Unterkunft holen und bezahlen. Mit dem (preislich heruntergehandelten) Taxi ging es dann zur neuen Unterkunft, wo Nina gleich begeistert in Freudenausrufe ausbrach. Eigenes Bad! Und so sauber! Und die Leute sind so nett! Das einzige was mich gestört hat, war, dass wir mehr bezahlen mussten als in der Booking-App angegeben. Ich klärte dann abends noch mit unserem Guide die Tour für den nächsten Tag, wir gingen duschen und aßen Ananas und Kekse zu Abend.
Laguna Rocotuyoc und Laguna Congelada


Fortbewegung
Zu Fuß und mit dem Taxi.
Essen und Trinken
In Huaraz aßen wir sehr lecker bei "El Rinconcito Minero“. Ich hätte ja die etwas schmuddeligere Variante mit einem 6-Soles-Menü an der Hauptstraße vorgezogen, aber Nina hatte Angst davor und wir entschieden uns für das höherpreisige und weitaus hübschere Restaurant, das auch der Reiseführer von Lonely Planet empfahl. Vegetarische Angebote mit Gemüse hatte das Restaurant laut der Bedienung nicht im Sortiment; Spaghetti mit Pesto und Sandwich mit Tomate und Mozarella gab es dann aber doch irgendwie ;) Eigentlich wollten wir noch die Restaurants "Trivio Resto Bar“ und "Manka Fusión Artesanal“ ausprobieren, dazu fehlte uns aber die Zeit und tatsächlich auch der Hunger. Am letzten Tag aßen wir am Ostermarkt zu Abend: Churros und ein supersüßes Getränk namens "Ponche“. Außerdem aßen wir viele Kekse, die zwei Osterbrote, Apfelstrudel, Ananas und natürlich auch unterwegs während der Touren. Dazu aber mehr unter dem Reiter "Sehenswürdigkeiten“.

Cafés und Restaurants
- Sabor Turístico (Laguna Chinancocha)
- Recreo Campestre El Mirador (Laguna Parón)
- Tarwa Wasi (Laguna Rocotuyoc)
- El Rinconcito Minero (Huaraz)
Pflanzen und Tiere
Es gab unglaublich viele tolle Pflanzen und die Vegetation hat sich auch geändert, je höher wir kamen. Leider habe ich zum Zeitpunkt der Verfassung des Artikels noch nicht alles durch die App "Flora incognita“ gejagt, deswegen steht hier jetzt noch nicht sonderlich viel. Außerdem haben wir auf dem Weg zur "Laguna Parón“ noch eine Gespensterschrecke gesehen (Danke an Peter für deine Hilfe zum Bestimmen!). Vielleicht war es ein Proscopiidae, eine Pferdekopfschrecke? Hier aber mal ein paar Bilder von der tollen Vegetation :) hoenisch.eu/photo/mo/sharing/FLpTyNCBJ
Anzahl von Deutschen in der Stadt
Null beobachtete Fälle.
Kontakt mit Einheimischen
Eigentlich nur mit den Mitarbeitern aus beiden Unterkünften und unseren drei Guides Felipe, Arturo und Alejandro.
Kennengelernte Menschen
Bei der Laguna Parón schloss sich uns Davitze aus den Niederlanden an. Wir hatten einen tollen Tag und nette Gepräche mit ihr!
Ausgaben
Wir kauften Pullis! Für Nini, Mama und Papa. Ob das jetzt Lama ist, sind wir uns nicht ganz sicher. Laut der Verkäuferin schon, aber die kann uns ja sonst was erzählen. Auf Papas Pulli stand jedenfalls "Llama“ drauf und die Preise waren so hoch, dass es schon echt sein könnte. Was jedoch unwahrscheinlich ist: Alpaka oder Alpakababy. Dafür war es dann doch nicht teuer genug. Im Marco-Polo-Reiseführer steht Folgendes: "Lamawolle dagegen ist härter; aus ihr sind die günstigen, rustikalen Andenpullover gestrickt. Sie fehlen an keinem Souvenirstand.“
Außerdem kauften wir eine Riesenavocado für 2,50 Soles und zwei typische Osterbrote in Lama- bzw. Frauenform (jeweils 2 Soles). Daneben gab es noch allerlei Kekse (3 Soles) und eine süße Schokaumaus aus Kuchenteig (2,50 Pesos)
Zuletzt gönnten wir uns noch Coca-Caramelzitos (25 céntimos) und 10 natürliche Höhenkapseln mit grünem Kaffee und anderen Extrakten (22 Soles). Echt nötig! Mit den Kapseln ging es uns um einiges besser.

Standardstandangebot
Pullis, hässliche "Huaraz-Mützen“, Quinoa und andere Heißgetränke, pappsüße Quinoa-Bällchen, gekochte Wachteleier und Stirnbänder.
Unlösbare Mysterien
Warum zum Geier haben wir vergessen, dass Ostern ist bei der Planung der Flüge? Dadurch wurde alles etwas komplizierter als geplant… Und warum haben wir die aktuelle Situation in Ecuador nicht verfolgt? Deswegen mussten wir die dummen Führungszeugnisse inklusive Apostille und spanischer Übersetzung besorgen :( Und warum sind Frühstücke bei den Touren inbegriffen? Das wollen wir doch gar nicht 😂
Bus nach Huanchaco
Wir wurden von unserer netten Rezeptionistin ein Stück begleitet, da der Weg zum Terminal nicht sonderlich sicher ist. Komischerweise kam sie aber nicht bis zum Schluss mit. Egal, Trinkgeld gab es trotzdem. Der Nachtbus nach Trujillo fuhr pünktlich los und kam um einiges früher an als erwartet. Wir fuhren um 22:20 Uhr los und zahlten 60 Soles pro Person mit Semi-Cama. Leider saßen wir nicht nebeneinander, sondern hintereinander, aber naja. Gibt schlimmeres :) In Trujillo angekommen, mussten wir für unglaublich teure 30 Soles ein Taxi nach Huanchaco nehmen. Vollkommen überteuert, aber wir waren noch echt müde (Uhrzeit: 5:30 Uhr) und wussten nicht, welche der Online-Taxi-Apps hier funktioniert. In Huanchaco bei unserem Airbnb angekommen saßen wir erst mal vor der verschlossenen Haustür und aßen Frühstück. Außerdem nutzten wir die Zeit und telefonierten mit Mama. Unser Host vom Chacana-Hostel machte uns dann dankenswerterweise gegen 7:30 Uhr die Haustüre auf und wir konnten schon früher ins Zimmer und ein bisschen schlafen :)
Post Scriptum
Wer Lust auf mehr Bilder hat findet sie unter https://hoenisch.eu/photo/mo/sharing/fCe9SmUxQ